Ich mag das Ende von Mass Effect

Posted on März 19, 2012

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Ok die Headline ist natürlich reine Provokation. Letztlich bin ich deutlich indifferenter als mir lieb ist, schließlich habe ich sehr viele Stunden mit diesem Spiel verbracht.

Aber zum Ende, wie gesagt ich mochte es soweit, es hat für mich eine Dimension im Spiel aufgezeigt, die ich so deutlich gar nicht wahrgenommen habe [die Fehlerhaftigkeit dieser Wahrnehmung ist mir dann um so schlagartiger klar geworden] nämlich der Konflikt von organischem und synthetischem Leben. Er begegnet immer wieder in Mass Effect und stellt quasi den grundlegenden Konflikt der ganzen Geschichte dar, aber irgendwie ist mir das abhanden gekommen bei den ganzen Gender, Sexuality und Race/Species Konflikten, die das Spiel entwickelt. Soviel zum Inhaltlichen. Daneben waren die mythologischen Bezüge und der ideologische Unterbau interessant. Zum Beispiel dieser nicht so subtile Verweis auf Harmonie-durch-Synthese-Ideen bei Bioware (der auch in den anderen Spielen deutlich durchscheint). Fand ich einfach interessant und keines Aufregers wert, obwohl oder gerade weil diese Meinung sehr gut diskutabel ist. Noch weniger einverstanden bin ich mit dieser Rousseauschen Tabula Rasa Idee, die durch Vernichtung eine neue bessere Welt ermöglicht. Aber wie gesagt interessante, diskutierfähige Grundlagen des ME Narrativs. Zur Ebene des Gameplay fällt mir nur ein, dass trotz der weit fortgeschrittenen Entscheidungskomponente im Spiel, es immer noch ein festgelegter fiktiver Narrativ ist, der in seinem Anfang und seinem Ende wenig mit mir, sondern viel mit den Optionen und Entscheidungsbäumen der EntwicklerInnen zu tun hat. Es ist vielleicht ein nicht sooo linearer Text, aber immer noch linear und immer noch, nicht aus meiner Feder. [weshalb der Modus ohne Action auch “tell me a story” heißt].

Ich merke deutlich, dass ich mit dem Aufregen im Internet wenig anfangen kann, und noch weniger mit der absurden Vorstellung, ich könnte einen Narrativ ändern, weil er mir nicht gefällt, anstatt darüber nachzudenken, was mir nicht gefällt, wieso das so ist und was mir das ganze eigentlich sagen will.

Der bisher einzige sinnvolle Artikel zu ME3 war von Ryan Kuo, auf killscreen [btw großartiges Schreiben über Spiele]

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