Regionalgeschichte im Internet

Posted on April 19, 2008

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Vor einigen Tagen wurde im Landesarchiv Speyer eine kleine Präsentation des Instituts für Geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz e.V. (was ein Name!) abgehalten und als Hilfskraft am (nächster cooler Name!) Institut für Fränkisch- Pfälzische Geschichte und Landeskunde (ich bin sicher wir haben gewonnen) hatte ich das Vergnügen dieser Veranstaltung beizuwohnen.

Das IGL Mainz hostet unter anderem die Seite www.regionalgeschichte.net und führt weitere Projekte, die man ohne viel Aufwand als digitale Geschichtsschreibung bezeichnen könnte. Zum Beispiel werden dort zahlreiche Edititonsunternehmungen betrieben. Ja und mit diesen Voraussetzungen ging ich also zu dieser Veranstaltung in der Hoffnung vielleicht Perspektiven und Pläne zu erfahren, was und wie digitale Regionalgeschichte in den nächsten Jahre entwickelt und betrieben  werden könnte.

In der Tat kleinere Einblicke in die Zukunft, insbesondere des Portals regionalgeschichte.net wurden gewährt. Hier sollen insbesondere weitere Regionen „acquiriert“ werden,  um sich in diesem südwestdeutschen Projekt einzubringen (namentlich die Pfalz). Des Weiteren soll das weiter betrieben werden, was derzeit getan wird, Digitalisierung und  Vernetzung von Heimatgeschichtsvereinen.

So was mich eigentlich alles in gewisser Form interessiert hätte und vielleicht eine produktive Diskussion  ermöglicht hätte, über den Zweck von zahlreichen Digitalisierungsprojekte, in die sich Nutzer nicht einbringen können. In einem kurzen Gespräch nach der Veranstaltung mit dem technischen Verantwortlichen Torsten Schrade, wurde aber deutlich, dass – zu unserer beider Bedauern – anscheinend den meisten „älteren“ Historikern die Vorstellung, Nutzer könnten Hinweise, Zusätze oder vielleicht sogar Verbesserungen an Editionen, Münz- oder Inschriftendatenbanken etc. vornehmen ganz und gar fremd und geradezu beängstigend vorkommen muss. Das beste was er herausholen konnte war eine Rubrik für Addenda und Corrigenda für den Herausgeber der Edition in der Inschriftendatenbank.

Soviel zu digitalen Geisteswissenschaften im Web 2.0. Zu einem Zeitpunkt an dem der Abgesang auf die 2.0 schon begonnen hat.

achso, Addenda:

Der eigentliche Anlass dieses Treffens war aber, wie sich im Laufe der Veranstaltung herausstellte, an schlechten Gossip erinnernde Heimatgeschichtepolitik, die in Rheinland-Pfalz anscheinend immer noch sehr alte Wunden aufreißt (Rheinland -/- Pfalz…).

 

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