Sunrise of Methodology

Posted on März 14, 2008

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Ich reiße mal das Heft an mich und verweise auf den Artikel von Tom Scheinfeldt, der sich in einem „relativ“ Aufsehen erregenden Beitrag Sunset for Ideology, Sunrise for Methodology? auf seinem Blog Found History, mit der neuen Konstellation in den Geisteswissenschaften (und für ihn und natürlich für mich auch besonders interessant in der Geschichte) beschäftigt. Er geht davon aus, dass das 20. Jahrhundert aus wissenschaftshistorischer Perspektive, insbesondere durch ideologische Diskussionen und Konflikte geprägt war, und weniger durch methodologische und wissensorganisatorische, so wie es das 19. Jahrhundert noch gewesen wäre, dominiert wurde.

Hier sieht er nun durch die Entdeckung der digital humanities einen „moment of change“, wo in eine Phase „aufgebrochen“ wird mit intensiver Beschäftigung über neue Organisationsformen von Wissen und der akademischen Welt und ihrer Aktivitäten. Projekte wie Zotero oder Wikipedia, sind derzeit intensiv debattierte und/oder genutzte Plattformen und Programme um Wissen zu sammeln und zu organisieren.

Ich hab auch Hoffnung hinsichtlich der Durchsetzung digitaler Arbeitsweisen in den Geisteswissenschaften (manchmal), und einer praktischen und theoretischen Auslotung der Möglichkeiten, die wir in unserer Fixierung auf beschriebenes Papier noch gar nicht sehen. Naja ich kann mir vorstellen, dass sich die schöne digital historian Welt von der George-Mason University etwas anders und um einiges innovativer und innovationsfreundlicher präsentiert. (ich hab natürlich auch nur meinen studentischen Blick auf eine sehr traditionsreiche Universität, die sehr exzellent ist und voller kluger kreativer Köpfer steckt).

Aber das ist nur ein Nebenaspekt der Veränderung die Scheinfeld da aufziehen sieht. Kollaborative Projekte und die weitere Demokratisierung der Geschichte (flickr und die Library of congress) oder die an enzyklopädische Großprojekte französischer Aufklärer erinnernde Google Books oder Internet archive. Ich kann seinen Weg ohne Probleme mitgehen, aber habe trotzdem meine Skepsis wie schnell und intensiv sich dieser Wandel in den Geisteswissenschaften vollziehen wird, dafür steckt in den Köpfen jener, die derzeit lehren zu wenig dieser Kommunikationstechniken und Organisationsformen.

 

 

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