Mittelalter und Internet

Posted on Februar 27, 2008

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In den letzten Tagen bin ich zweimal auf relatives Unverständnis hinsichtlich meines relativen Mittelalterfokus und dem starken Interesse für die Möglichkeiten der digitalen Geschichte gestoßen. Nun gut Unverständnis ist vielleicht zu stark ausgedrückt aber man erwartet es wohl eher von Studenten oder Historikern, die sich mit einer medial ähnlicheren Kultur beschäftigen.

So nun aber mal zum eigentlichen Thema. Wie ist das Mittelalter mit dem Netz zu verbinden. Relativ offensichtlich als Publikationsplattform für die Wissenschaft. Aber mich reizen die neuen Funktionen dieses Mediums viel stärker als einfach eine Plattform für alte Prinzipien und Verhaltensmuster.

Wenn man sich zum Beispiel die zahllosen Digitalisierungsprojekte betrachtet, deren Sinn ich nicht immer nachvollziehen kann (insbesondere wenn es Faksimile-Editionen sind, die genau das, was Netze und rechnergestützte Arbeit liefern kann nicht nutzt), dann sind die Tausenden von Euro nicht immer ganz verständlich genutzt. Eine andere Vision wäre doch ein öffentlich transparenter kollaborativer Editionsprozess, der sofort die Möglichkeiten von html mitnutzt. Zum Beispiel eine Handschrift online im Faksimilie und paralell dazu die Edition im Arbeitsprozess. Variantenverweise und Fußnoten zu inhaltlichen Verbindungen werden mittels Links sofort nachvollziehbar mitgeliefert, und wenn Nutzer der Edition neue Verbindungen oder eine weitere Variante haben, dann kann diese über ein Formular nach redaktionelle Prüfung hinzufügt werden, genauso Bildmaterial oder Literaturhinweise.

Die Nutzung der Möglichkeiten die das Internet bietet hängt geradezu in den 90ern fest, wenn man sich tatsächliche Projekte anschaut. Da wird hinter verschlossenen Türen ediert und gescannt ohne auf die Idee zu kommen Kapazitäten, wie sie zum Beispiel reCaptcha (ein in seiner Simplizität – in der Idee nicht in der Umsetzung geniales Projekt)nutzt, überhaupt zu denken.

 

 

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