Library of Congress & flickr

Posted on Januar 31, 2008

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Library of Congress ermöglicht auf flickr Benutzern Bilder zu taggen (flickr commons)

.histnet und und Digitale Regionalgeschichte (wie kürzt man das ab?) haben schon darüber berichtet. Flickr und die Library of Congress bieten das social tagging für Teile des digitalisierten Bildbestandes an.

Die Bilder sind interessant, von hoher Qualität und es ist schön, dass sie der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden. Aber ich bin noch nicht ganz sicher in welcher Hinsicht es interessant ist, wie diese Bilder getaggt werden.

Als Quelle der Mentalitäten-Geschichte wäre es interessant. Bei der Untersuchung wie vergangene Zustände abgebildet in Bildern durch unterschiedliche Gruppen bewertet und kategorisiert werden. Aber als Quelle für die abgebildeten Zeiten?

Mills Kelly  beschreibt  in dem Artikel, der auf weblog.histnet.ch erschienen ist, wie die Benutzer durch verbesserter Lesart oder mehr Zeit und Geduld Transkriptionsfehler auflösen konnten und dadurch die Metainformationen verbesserten. Natürlich ein Gewinn für zukünftige Forscher, die so die Bilder besser auswerten können, aber die Verschlagwortung bereitet mir Unbehagen.
Sie bildet nichts anderes ab, als die Wahrnehmung dieser Bilder in genau unserer Gegenwart, also unsere Schlagworte und unsere Perspektive, die relativ wenig mit dem Zeitpunkt der Entstehung des Bildes zu tun haben. Und auch bei Suchen hilft es, denke ich nur sehr beschränkt, weil eben auf den Bildern nicht das abgebildet ist  (in der Wahrnehmung der Personen, die das Bild aufgenommen haben), was wir heute dort sehen und deshalb der Forscher, der versucht sich an die Begrifflichkeit und Perspektive, der von ihm anvisierten Zeit heranzutasten, hier ins Leere greift, weil unsere Begrifflichkeit diese Bilder neu definiert und „die Sprache hier eine neue Geschichte konstruiert“ (frei nach Hayden White).  

Hinsichtlich der Metainformationen zeigt sich ein bei Google Books wie Robert B. Townsend in seinem Beitrag „Google Books is it Good for Historians“ für das AHA zeigt (hier basieren die Probleme, aber nicht nur auf mangelnden Metainformationen, sondern auf falschen) ein anderes Problem.

 

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