Was machen Links mit Geschichte?

Posted on November 10, 2007

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Für mich, diese „Definition“kam mir beim „Grübeln über den Link an Sich“, sind Links etwas ähnliches, wie die Verweise unter einem Artikel im Lexikon. Oder eben in dem Artikel. Was bedeutet es aber, dass ich innerhalb einer Netzwerks von Verbindungen hin und her springen und oft die Seite von der ich komme ganz vergesse im Rausch des Informationsflusses.

Was bedeuten Links in einem Text über Geschichte. Welche Auswirkungen, welchen Kontext produzieren Links.

Und was kann es bedeuten, wenn der Anbieter einer Seite sich von den durch die Links, die er auf seiner Seite angebracht hat ausdrücklich distanziert? komisch! Ehrlich ich finde diese sinnlosen Disclaimer, die man auf jeder zweiten Seite zu lesen hat wirklich amüsant. Besonders der Bezug auf das Urteil des Landgerichts…, welches in seinem Urteil eigentlich festgestellt hat, dass man sich eben nicht von Links, die man auf seiner Seite anbringt, distanzieren kann oder besser gesagt erhebliche Zweifel an der rechtsgültig von Haftungsausschlussklauseln erhebt.

Aber was bedeuten Links. Wikipedia vergleicht sie mit Verweisen und Fußnoten in der Literatur: Artikel „Hyperlink“

„Als Hyperlink [ˈhaɪpɚlɪŋk], auch kurz Link (aus dem Englischen für Verknüpfung, Verbindung, Verweis), bezeichnet man einen Verweis auf ein anderes Dokument in einem Hypertext, der durch das Hypertextsystem automatisch verfolgt werden kann.

Das Konzept von Hyperlinks entspricht funktional dem Querverweis oder der Fußnote aus der konventionellen Literatur, bei der das Ziel des Verweises allerdings in der Regel manuell aufgesucht werden muss;[..].

Davon abgeleitet ist ein Dokument mit einem anderen „verlinkt“, wenn es mindestens einen Hyperlink enthält, der auf das andere zeigt.“

Verweise in Literatur funktionieren häufig anders, sie erläutern Sachverhalte näher geben Zusatzinformationen oder sind zur Untermauerung von nicht gemeinen Aussagen vonnöten. Sie leiten also vielmehr immer zurück auf den Text, schaffen die Möglichkeit sich einen größeren Kontext zu erarbeiten oder sind die Versicherung gegenüber Kritikern und Zweiflern.

Aber Links im Internet, besonders Links, deren Target self ist, leiten weg vom Text und anstatt den Text mit zusätzlichen Informationen zu ummanteln, schaffen sie einen neuen Text und der „alte“ Text wird vielmehr zur Zusatzinformation des „Neuen“. Links im Internet funktionieren eher wie Schilder auf der Straße.

Auch wenn ich mich gerade fast schäme, dass ich diese Politikermetapher der „Datenautobahn“ andeute.

Also sprechen wir lieber vom Textfluss. Man liest durch den Text, gleitet sozusagen durch die Textmasse und dann erscheint ein Schild „hier geht’s weiter zu Informationen, die sich auf diesen Begriff beziehen“ entweder man folgt diesem Flussarm und merkt plötzlich, dass man in ganz neue Gewässer geglitten ist und sich kein Rückweg anbietet aus dem Text an sich, man muss vielmehr die Seite verlassen und das Interface zu Rate zu ziehen (es erinnert fast an den Restart-Button wenn man den Zurückknopf bedient) oder man schwimmt weiter und verzichtet auf die neuen Informationen.

Was bietet dieses Prinzip bei der Darstellung historischer Information. Die Gliederung eines Textes könnte vielschichtiger erfolgen. Geordnet nach Detailtiefe böte es eine Möglichkeit einem jeden Leser seinen Bedarf zu bedienen. Problematisch ist hierbei nur, dass der Autor oder Editor sich wieder einmal die Frechheit heraus nimmt zu definieren, was der Leser lesen will/muss. Und wie gewährleistet man multiple Richtungswechsel des Lesers. Es böte sich hier an eine immer vorhandenes Menu anzubieten, dass entsprechend des Textes geordnet ist(müsste mittels PHP und dynamischer Menuerstellung auch mit einem sich erweiternden Text umsetzbar sein).

Was machen diese Links mit der Information? Verändert der Link den Inhalt oder bietet er einfach nur eine zusätzlichen Zugang? Da der Inhalt umgeformt wird, sich in einer netzartigen Struktur mit inhaltlichen Verbindung dem Leser präsentiert und eine ganz andere „Haptik“ hat als der Text im Buch, ergibt sich ein neuer Text. Und der Autor kann dieses Netz entwickeln und so eine neue unbewusste Inhaltsebene entwickeln.

Und was machen wir damit? 

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