Steppenwolf

Posted on Februar 23, 2007

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Ich versenke mich mal wieder in den Steppenwolf von Hesse. Ich hoffe, dass mich dieses mal nicht wieder eine neue Idee zu anderen Beschäftigungen hinreißt und ich nach Vollendung aus der Versenkung heraus steige.

Mir ist etwas spannendes aufgefallen. In dem kleinen Büchlein das der Steppenwolf vom Plakatausträger bekommt, wird die Selbsteinschätzung des Steppenwolfes , dass er 2 Seelen eben die wölfische und die menschliche in sich trage kritisiert. Das faustsche Modell der „2 Seelen in der Brust“ wird als der seelischen Vielfalt im Individuum unzureichend kritisiert.

Aufmerksam gelesen bemerkt man im folgenden Erklärungsmodell, dass wohl eher der Gedankenwelt Hesses entspricht, dass dieser selbst nicht über ein dipolares Schema zur Aufschlüsselung von Tat und Gedanken kommt. Denn auch er sieht 2 Kräfte am Werke die innerste Bestimmung hin zum Vater/Geist/Gott und die innerste Sehnsucht hin zur Mutter/Natur. Erinnert ein bisschen an Freud. Das einkapseln im Mutterleib, sich der Natur hingeben sich wärmen in ihrem Leib das Schaffen und das stürmen das Auflösen im Großen fast schon Zerstörung. Ich weiß hinzu kommen Inspirationen des Buddismus, aber auch nicht wirklich wichtig.

Worauf ich hinaus wollte ist, dass es mir persönlich sehr schwer erscheint eine Handlung wirklich multikasaul zu denken. Die tausend vielfältigen Richtungen aus denen die Impulse auf die Entscheidung (nicht nur zwischen Ja oder Nein sondern auch vielleicht auch anders warum nicht so … ) einwirken mitzudenken, rüttelt schwer am eingerosteten Schema und ist auch so diffizil, dass das einfachere wieder so verlockend erscheint.

Zitate ohne Seitenangaben: „stille gedankenvolle Säufer über bankrotten Idealen“ (wenn man doch wenigstens so konsequent sein könnte und zum stillen Säufer würde)

„War das worum wir Narren uns bemühten, schon immer vielleicht nur ein Phantom gewesen?“ (zeigt, dass das Zweifeln der Kulturschaffenden wohl zum Kulturschaffen dazu gehört)

„es kommt auf ein paar millionen mehr oder weniger nicht an, sie sind Material, sonst nichts“ (kommentarlos)

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Posted in: ich lese